San Pedro de Atacama

36 Grad und es wird noch heißer!

San Pedro ist ein kleines Örtchen inmitten der Atacamawüste und liegt auf 2.450 Meter. Der Ort ist klein, staubig und es wimmelt vor Touristen. Die jährlich 50.000 Wüstenbesucher aus aller Welt strömen in die Atacamawüste, die zu den trockensten und einsamsten Landschaften der Erde zählt. Sie ist ca. 15 Millionen Jahre alt und es gibt Regionen, an denen jahrzehntelang kein Regen registriert wurde.

„Wer lebt, sieht viel. Wer reist, sieht mehr!“

Nachdem es auf der Uyuni Tour teilweise recht frisch wurde, denkt man sich in San Pedro beim ersten Schritt aus dem Bus: „Wow, ist das heiß hier!“ Das Klima ist im Vergleich zu den Tagen zuvor sehr trocken und die Sonne ballert wie verrückt. Also nicht die besten Voraussetzungen, wenn man wie wir noch kein Hostel reserviert, geschweige denn ausgesucht hat. Da wir nicht mit unseren Backpacks wie verrückt durch die Gegend irren wollten, setzten wir uns am Plaza de Armas in ein Café und suchten nach potentiellen Unterkünften.

Itchy Feet Insider: Vom Cafe aus sahen wir, dass ca. 50 Touris vor dem nächstgelegenen Geldautomaten standen. Wie wir später erfuhren, sind die Automaten an einem Wochenende meistens leer und werden erst am Montag wieder aufgefüllt. Wer also Geld braucht, ist ziemlich aufgeschmissen. Wir hatten zum Glück einen ersten Schwung Bargeld dabei.

Beim Abklappern der rausgesuchten Hostels bekamen wir einen ersten Eindruck von dem kleinen Örtchen. Überall sind kleine süße Läden, Cafés und Restaurants. Wenn man jedoch auf die Preise schaut, dann vergeht einem ganz schnell die Lust am Schlendern.
Nach langem Suchen fanden wir mit dem Tatai’s unsere Unterkunft für die kommenden Tage. Hier kann man dem ganzen Touri-Trubel etwas aus dem Weg gehen und ein bisschen die Seele baumeln lassen. Gerade weil man sich nicht im Stadtkern befindet, gibt es in der näheren Umgebung einen kleinen Obst- und Gemüsemarkt, einen günstigen Supermarkt sowie den Metzger, bei dem wir uns für den folgenden Abend unser Grillfleisch besorgten. Den Abend schmiss Andi zusammen mit dem Deutsch-Norweger Alex den Grill an.

Die Ader des Teufels

Eine gute Möglichkeit die Umgebung zu erkunden ist das vergleichsweise günstige Ausleihen von Mountainbikes. Hiermit machten wir uns am nächsten Tag auf den Weg in den „Quebrada del Diablo“. Dieser Canyon liegt etwa 8 Kilometer außerhalb von San Pedro und schlängelt sich mehrere Kilometer in einem engen Weg durch die Wüste. Hier trafen wir kurz nach dem Eingang auf „Amigo“, einen sehr durstigen Hund, der uns nach einem halben Liter Wasser aus unserer Flasche nicht mehr von der Seite wich. Nach der Erkundung dieses beeindruckenden Canyons führten wir Amigo zum nahegelegenen Fluss und begaben uns danach zu einem VW T2-Bulli-Café und gönnten uns selbst einen erfrischenden Smoothie.

Itchy Feet Insider: Am Abend folgten wir einem Tipp aus dem Hostel und gingen in den „Baracken“ nördlich über dem Stadtzentrum zum Abendessen. Hier bekommt man für kleines Geld ein ausgezeichnetes Menü mit Beilagen und Getränken. Im Vergleich zu den mehr als überteuerten Restaurants im Stadtzentrum zahlt man hier nur knapp ein Drittel und wird dazu noch mit einem Lächeln bedient.

Einmal Mars und zurück

Das „Valley de la Luna“ liegt im Südwesten etwa 16 Kilometer entfernt von San Pedro und man fühlt sich hier wie bei einem Kurzbesuch auf dem Mars. Eigentlich heißt das Valley ja Luna, also Mond, aber wir haben keine Ahnung, wer auf die Idee gekommen ist. Das rötliche Gestein ist scharfkantig, schroff und abweisend und verschmilzt mit den großen Sanddünen zu einer unwirkliche Umgebung.
Mit den gemieteten Bikes starteten wir zusammen mit Alex, seiner Freundin sowie Manuela und Debbie zu einem Sunset-Trip. Debbie ist uns erfreulicherweise hinterher gereist und einen Tag nach uns in San Pedro angekommen.

Bevor wir weiter die steilen Hügel ins Valley hinaufradelten, machten wir einen Abstecher zu einem kleinen Cañon. Dieser beginnt in einem ausgetrockneten Flussbett und wir mussten teilweise auf allen Vieren durch die in den Stein gearbeiteten Höhlen kriechen. Zum Glück hatten wir unsere Taschenlampen dabei, sonst hätten wir das Abenteuer wohl nicht gesucht.
Da es langsam anfing zu dämmern, machten wir uns schleunigst weiter zu unserem eigentlichen Ziel, der großen Düne. Hier treffen sich jeden Abend etliche Touristen um das Farbenspiel des Sonnenuntergangs zu betrachten, welches sich auf den Steinen des Tals abzeichnet.

Was vielen Touristen oftmals erst nach dem Sonnenuntergang bewusst wird, ist, dass sie mit den Bikes die 16 Kilometer nach San Pedro im Dunkeln zurück fahren müssen. Dies macht besonders wenig Spaß, da die Strecke an einer viel befahrenen Truckstraße entlang führt und es einen immer wieder schüttelt, wenn diese Ungetüme wild hupend an einem vorbei rauschen. Zum Glück gehörten wir nicht zu dieser Art von Touristen und konnten rechtzeitig auf uns aufmerksam machen.

Aus der brütenden Hitze raus ging es zum nächsten Extrem und wir kämpften in Salta mit El Niño und seinen Wassermassen. Von dort aus machten wir uns auf den Weg nach Iguazu.

Es grüßen aus der Ferne,
Tina und Andi von Itchy Feet

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