Coromandel – Das Paradies im Norden Neuseelands

Die ersten Tage auf der Straße

Am Stadtrand von Auckland stellten wir uns mit Sack und Pack an die Straße. Wie unschwer an unserem bemalten Schild zu erkennen war, wollten wir nach Coromandel, einer Halbinsel im Norden von Neuseeland.

Kurz bevor man vor seiner ersten Hitchhiking-Erfahrung steht, macht man sich so manche Gedanken. Eigentlich schläft man die Nächte vorher gar nicht und malt sich alle möglichen Szenarien aus. Umso überraschender ist es, wenn dich die Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit der Neuseeländer mit voller Wucht erwischt. Dann bekommst du schon mal einen „Kaffee for free“ oder wirst aus der Stadt rausgebracht, obwohl die gute Dame gar nicht in deine Richtung muss. Dann spürst du wie die Euphorie in dir aufsteigt und merkst – du bist vom Hitchhiking-Fieber befallen.

„Selbst der Kleinste vermag den
Lauf des Schicksals zu verändern.“
– Galadriel –

Jeder Skeptiker könnte jetzt zurecht sagen, dass das Ausnahmen sind und wir Glück hatten. Aber wenn dir das an deinem ersten Hitchhiking-Tag bei allen 6 Mitfahrgelegenheiten passiert und der letzte dich auch noch einlädt, dein Zelt in seinem Garten aufzustellen, dann kann das kein Zufall sein. Dann weißt du, dass die Neuseeländer ein unglaublich nettes Völkchen sind.

Die kleine Jungfamilie, die uns für die erste Nacht Unterschlupf gewährte, bestand aus Alexie, Soria und ihrem Sohn Dominik. Drei Selbstversorger, die nicht nur eigene Bienen mit unfassbar leckerem Honig besitzen, sondern fast alles in ihrem Garten anbauen, was sie zum Leben brauchen. Lustig wurde es nochmal kurz bevor wir uns ins Zelt verkrochen. Wir konnten uns für die Gastfreundschaft mit dem Umquartieren der Hühner revanchieren. So jagten wir ein wilde Horde Hühner durch ihr Gehege um sie an anderer Stelle wieder auszusetzen. Klingt bei weitem einfacher als es ist. ;)

Am nächsten Morgen standen die letzten Kilometer bis nach Coromandel Town vor uns, hier wollten wir ein paar Tage entspannen und die unglaubliche Schönheit dieser Halbinsel genießen. Nachdem wir uns von den Dreien verabschiedeten, stellten wir uns wieder an die Straße und wurden ohne langes Warten von dem Farmer Toni aufgesammelt. Wie konnte es anders sein, Toni hatte natürlich einen Campingplatz etwas außerhalb von Coromandel Town als Ziel und organisierte uns gleich ein Plätzchen für unser Zelt. Spätestens bei dieser Fahrt wussten wir, warum Frodo sein Auenland so liebt.
Da wir bei der Einladung zum Abendessen wenig Chancen auf Widerworte sahen, saßen wir abends mit Robyn, Sandra, Toni und Kevin bei gutem Wein und einer riesigen Portion frischen Fish and Chips beisammen. Wir haben selten einen derart lustigen Abend verbracht. Besonders über unseren Wunsch, einmal im Leben ein Schaf zu scheren, konnten die Vier nur herzhaft lachen. Sollten es uns nochmal nach Neuseeland verschlagen, dann werden wir bei Sandra und Kevin vorbeischauen und uns in die hohe Kunst des Schafscherens einweihen lassen. :)

Itchy Feet Insider: Bevor ihr eure Reise weiter in Richtung Cathedral´s Cove fortsetzt, müsst Ihr auf einen Bagel oder eine Quiche im „The Chai Tea House“ vorbeischauen.

Da wir nicht in den drohenden Regen kommen wollten, stellten wir uns fix an die Straße und konnten ohne groß nass zu werden die Strecke bis Hahai zurücklegen. Hier verbrachten wir eine weitere Nacht und machten uns am nächsten Morgen bei strahlendem Sonnenschein zur Cathedral Cove auf. Leider ist dieses natürliche Felstor derart überlaufen, dass man sich entweder sehr früh auf den Weg machen sollte oder man blendet wie wir die Massen aus und genießt ein paar Stunden am Strand.
Weniger überlaufen und richtig wohl haben wir uns in dem verschlafenen Örtchen Pauanui Beach gefühlt. Der weiße Strand ist menschenleer und im Ortskern gab es ein kleines unscheinbares Restaurant, was uns ins Staunen versetzte.

Itchy Feet Insider: Abgesehen von den sehr leckeren und teilweise echt ausgefallenen Hauptgerichten müsst ihr im „The Lime Room“ unbedingt die Schokoladentarte probieren! – Yummy! ;)

Nach insgesamt 4 Tagen auf der Coromandel Halbinsel verließen wir am Morgen unseren Zeltplatz und machten uns auf den Weg in Richtung Matamata. Hier sollte es zu einer Situation kommen, die sich zu Andis Lieblingsgeschichte entwickelte und von der er im Verlauf unserer weiteren Reise bestimmt an die 100 Mal erzählte. Aber hierzu später mehr…

Es grüßen aus der Heimat,
Tina und Andi von Itchy Feet

<span>%d</span> Bloggern gefällt das: