Motueka – Zu Gast bei Freunden

Um von der Nord- auf die Südinsel zu gelangen gibt es nur zwei Wege, entweder man wählt das Flugzeug oder schippert gemütlich mit der Fähre auf die andere Seite. Wir entschieden uns für Letzteres und machten uns früh morgens auf den Weg von unserem AirBnB zum Hafen. Die Tickets buchten wir vorher online und konnten so ohne große Wartezeiten auf die Fähre. Die knapp 1 ½ Stunden Fahrt vergingen auf ruhiger See wie im Flug und so kamen wir entspannt im Hafen von Picton an.

„Treulos ist, wer Lebewohl sagt,
wenn die Straße dunkel wird.“
– Gimli –

Wir sattelten unsere Rucksäcke und entschieden uns für die nördliche Route nach Motueka. Diese verläuft die ganze Zeit am Meer entlang und bietet so traumhafte Ausblicke. Leider nehmen nicht so viele Autos diese Route, da die Schnellstraße nur die Hälfte der Zeit in Anspruch nimmt. Es dauerte also ein wenig bis ein Auto für uns anhielt und uns wenigstens ein paar Kilometer mitnahm. Dies ging eine ganze Weile so und so schleppten wir uns Kilometer für Kilometer um vielleicht ein Viertel der Strecke zurückzulegen. Wir dachten schon unser Karma hätte uns verlassen, bis zwei Autos vor uns hielten. Aus den geöffneten Fenstern lächelten uns Steffi und Chrissi freudig entgegen. Die beiden deutschen Mädels packten uns jeweils in ein Auto und schon fuhren wir in Richtung Motueka. Sie wollten auch ein paar Tage an der Gold Coast verbringen und mit dem Kajak die Gegend erkunden. Um die kommenden Tage planen zu können, machten wir in der iSite von Nelson halt und buchten das Wassertaxi sowie die Camping-Sites für unsere drei tägige Wanderung.

Mehr zu dem Great Walk im Abel Tasman Nationalpark findet ihr hier:
https://anti-itchyfeet.com/portfolio/coast-track-the-paradise

Am Abend fanden wir einen kleinen Campingplatz direkt am Meer und schlugen unser Lager auf. Wir bereiteten unser Abendmahl vor und fingen bei einer Flasche Wein an über unsere Reiseerfahrungen in Neuseeland zu erzählen. Da unsere vergangenen Wochen für uns so überwältigend waren, überschlugen wir uns mit unseren Geschichten vom Trampen und den Begegnungen mit den Neuseeländern und die beiden saßen mit großen Augen vor uns. Das war genau das, was sie sich von Neuseeland erhofft hatten. Leider verhielt es sich durch das Reisen mit dem eigenen Auto gänzlich anders, da sie hauptsächlich mit deutschen Jugendlichen zwischen 18–23 Jahren auf Campingplätzen zusammentrafen. Als wir uns kurz umschauten, konnten wir sehr gut nachvollziehen, was die Beiden meinten. Die Camping-Site war voll mit Vans deutscher Abiturienten die vor dem Studium so weit weg von Mama und Papa sein wollten wie möglich. Ein Gefühl für das Land und die Leute bekommt man so leider nicht.

Glücklicherweise veränderte der kommende Tag den Blick der Beiden auf ihre Reise grundlegend. Steffis und Chrissis eigentlicher Plan uns bei Naomi und Mathew– Freunde von Catherine und Peter aus Hamilton – abzuliefern und sich einen Stellplatz zu suchen war schnell hinfällig, da Naomi die beiden einlud die Nacht mit uns im Haus zu verbringen. Am Abend saßen wir in großer Runde samt Eltern und altem Schulfreund auf der Terrasse beisammen und zelebrierten ein leckeres Barbecue.

Auch wenn wir schon viele außergewöhnliche Erfahrungen und Begegnungen in Neuseeland gemacht haben, wurden wir immer wieder aufs Neue davon überwältigt, in welchem Ausmaß man die neuseeländische Gastfreundschaft erleben kann. Und wir waren sehr froh, dass wir diese Erfahrung mit Steffi und Chrissi teilen konnten.

Es grüßen aus der Heimat,
Tina und Andi von Itchy Feet

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