Kleinod am Ostzipfel Neuseelands – Akaroa

Ja ja, die Chinesen. Was haben wir über sie geschimpft. Überall machen sie sich breit, belagern die Campingplätze mit ihren riesigen Campervans, fahren grundsätzlich auf der falschen Straßenseite und halten, wo es nur geht, ihre Tablets in die Luft. Und dann das. Wir wurden mal wieder von unserem Karma eines Besseren belehrt. Warum? Weil das Karma es kann. Und womit? Mit Recht!
Unser Karma Schubladen-Denkzettel begegnete uns in Form von Hong, einem freundlichen Chinesen, der nicht nur in die gleiche Richtung fuhr, sondern uns direkt zu unserem entlegenen Hostel brachte. Hong konnte zwar kein Englisch, das hielt ihn jedoch nicht davon ab mit uns über Hände und Füße zu kommunizieren. Auch wenn wir gegenseitig die Sprache nicht verstanden, hatten wir eine unterhaltsame Konversation und so verflog die Zeit wie im Flug und wir erreichten unser Ziel.

„Ich will lieber ein einziges Leben mit dir verbringen,
als alle Zeitalter der Welt allein zu durchleben.
Und so wähle ich ein sterbliches Leben.“
– Arwen –

Es gibt nicht viele Schlafmöglichkeiten, die uns derart nachhaltig beeindruckt haben wie die Stargazer Hütten des Onuku Farm Hostels. Doppelbett groß sind sie in den Hang gebaut und bieten in zweierlei Hinsicht eine umwerfende Sicht. Am Tag sitzt man mit baumelnden Beinen auf der kleinen „Terrasse“, blickt in die nahegelegene Bucht und das umliegende Land. In der Nacht verzieht man sich in die Hütte, legt sich auf dem Rücken und bewundert den perfekten Sternenhimmel durch das Glasdach. Mehr Luxus konnten wir uns nicht vorstellen und so hielten wir es nicht für möglich, dass irgendetwas diese erste traumhafte Nacht noch toppen könnte. Glücklicherweise wurden wir am nächsten Morgen wieder überrascht. Wir schlüpften nach einem ausführlichen Briefing in unsere Neos und dann ging es direkt mit dem PickUp runter in die Bucht. In freudiger Erwartung platzierten wir uns mit den anderen Tour Mitgliedern auf dem Schlauchboot und konnten es kaum erwarten. Dann ging es endlich los. Wir peitschten durch die Wellen, hielten stets Ausschau und fragten uns, ob wir sie irgendwann wirklich zu Gesicht bekommen. Nach einer gefühlten Ewigkeit tauchte plötzlich der erste Hector Delfin vor unserem Boot auf. Ganz euphorisch beobachteten wir die immer größer werdende Gruppe und freuten uns schon auf den Moment, wo uns Jeff ins Wasser springen lässt. Nachdem er das Gefühl hatte, dass die Delfine Gefallen an uns gefunden hatten, hielt er an und entließ uns in das kalte Nass. Es dauerte nicht lang und die Delfine fingen an, um uns herumzuschwimmen. Es ist ein sehr ergreifendes Gefühl, wenn du von so seltenen und wunderschönen Geschöpfen umgeben bist.

Nach dieser ersten Begegnung fuhren wir weiter durch die Bucht. Kurz bevor wir das offene Meer erreichten, machten wir halt und konnten einen kleinen Pinguin beobachten, der sich durch die Wellen kämpfte und nach Nahrung Ausschau hielt. Es war unser erster Pinguin, den wir in freier Wildbahn zu Gesicht bekommen hatten und wir konnten uns an dem kleinen Kerlchen kaum satt sehen. Auf dem Rückweg in die Bucht erregten wir erneut die Aufmerksamkeit einer Gruppe von Delfinen. Diese hatten so viel Spaß mit unserem Boot, dass sie anfingen uns ihre akrobatischen Kunststücke darzubieten. Atemberaubend! Jeff stoppte erneut das Boot und kaum, dass wir im Wasser waren, umrundeten uns die schnellen und verspielten Meeressäuger. Wir waren so glücklich, dass wir im Wasser lieber alt und schrumpelig geworden wären, als dass wir zurück ins Boot hätten klettern müssen. Leider verloren sie irgendwann die Lust an uns dümpelnden Schnorchlern und schwammen ihres Weges. Mit einem breiten Lächeln auf den Lippen machten wir das Boot an Land fest und machten uns auf den Weg zurück ins Hostel.

Itchy Feet Insider: Wenn ihr mit Hector Delfinen schwimmen wollt, dann macht dies nur mit Jeff und Mafi vom Onuku Farm Hostel. Hier wird sehr darauf geachtet, dass die kleinen Gruppen den Tieren artgerecht begegnen und nur in ihr natürliches Umfeld eingedrungen wird, wenn sie es zulassen. Never touch the dolphins!!!

Das Land rund um die Bucht ist in seiner Schönheit und Abgeschiedenheit schwer mit anderen Regionen Neuseelands zu vergleichen. Das leichte Auf und Ab über die saftig grünen Weiden gibt einem immer wieder schöne Einblicke in die atemberaubende Natur dieses Landes. Wir streiften auf unserer kleinen Wanderung am Nachmittag an Schafen und Ziegen vorbei, kletterten über Zäune und erhaschten immer wieder eine tolle Aussicht auf die Bucht. Ein gelungener Abschluss für einen derart ereignisreichen Tag. Nach einer weiteren traumhaften Nacht unter dem Sternenhimmel ging es am folgenden Morgen weiter in Richtung Wannaka.

Es grüßen aus der Heimat,
Tina und Andi von Itchy Feet

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