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Im Colca Canyon sollten wir nun endlich auf die Condore treffen. Mit ihrer Spannweite von bis zu drei Metern schrauben sie sich mit Hilfe der morgendlichen Thermik in die Höhe. Die notwendige Thermik entsteht jedoch nur, wenn die Sonne auf das Tal im Canyon trifft. Es gehört also ein bisschen Glück und ein wohlgesonnener Wettergott dazu, um die Prachtexemplare bei ihrem Flug zu beobachten.

Tag 1: Wie so oft bei dieser Reise mussten wir mal wieder früh raus. Nach ca. 2 Stunden Schlaf wurden wir um 1 Uhr von unserem Fahrer in seinem Jeep abgeholt. Die kommenden 5 Stunden fuhren wir durch das nächtliche Arequipa und dessen Umland. Unser erstes Ziel hieß Cabanaconde, wo wir auf Johselm und die beiden deutschen Mädels Franzi und Livia zum Frühstück trafen. Danach ging es im vollgepackten Collectivo Richtung Canyon. Die Fahrt wurde hier ganz schön abenteuerlich, denn so mancher Blick aus dem Fenster ging steil und weit in die Tiefe hinab. Da waren wir froh, als wir nach ca. einer Stunde aussteigen durften um den restlichen Weg zu dem Örtchen Cosñirhua zu laufen.

Unser Ziel war Mauricius, einer von nur drei Früchtebauern im Canyon. Bei ihm bekamen wir einen Einblick in den Anbau der verschiedensten Fruchtsorten. Wir durften direkt vom Baum unbehandelte und frische Avocados, Orangen und süße Zitronen probieren. Aus den unzähligen Kräutern und Sträuchern in seinem Garten kann Mauricius die unterschiedlichsten natürlichen Hilfsmittel herstellen und ist somit gegen jedes Wehwehchen gewappnet. Wir befanden uns bei ihm also in den besten Händen. In der Zwischenzeit kochte Mauricius Frau unser Mittagessen. Wir kamen endlich in den Genuss eines Meerschweinchens. Leider mussten wir feststellen, dass an dem Ding nicht viel dran ist. Besonders die sehr fettige Haut eignet sich lediglich zum Lutschen. Nochmal brauchen wir es nicht. ;) Wir verabschiedeten uns und überreichten Mauricius Frau anlässlich des „Dia de Muerto“ – Tag der Toten ein Brot in Form eines Kindes. Laut Brauch ist der Tag der Toten keine Trauerveranstaltung, sondern ein farbenprächtiges Volksfest zu Ehren der Toten. Nach dem Volksglauben kehren die Seelen der Verstorbenen an diesen Tagen zu den Familien zurück, um sie zu besuchen. Zusammen wird dann an den Gräbern das süße Brot sowie weitere Köstlichkeiten verspeist.

Durch die brennende Mittagshitze stiegen wir dann von 2.600 auf 2.100 Meter hinab Richtung Oase. Schon von weitem sieht man die Pools in der Sonne glitzern und man kann es kaum erwarten in ihr kühles Nass einzutauchen. Wir bezogen unsere äußerst spartanischen Behausungen und verscheuchten erstmal sämtliche Mitbewohner die es sich schon vorher in unserem Bett bequem gemacht hatten. Nachdem wir die letzten Sonnenstrahlen genossen, zogen wir weiter Richtung Bar und genehmigten uns einen Pisco Sour. Nachdem alle anderen Touren ihre Spaghetti verschlangen, servierte uns Johselm ein äußerst leckeres Dinner mit Reis, Gemüse und Fleisch. Da wir vor allen anderen zu unserem Aufstieg starten wollten, hieß es ab ins Bett. Hier mummelten wir uns in die warme Decke und lauschten nach allem, was da kreuchte und fleuchte.

Tag 2: Kaum hatten wir die Augen zu, da klingelte schon wieder der Wecker. Da wir um 02:30 Uhr zum Frühstück fertig sein wollten, quälten wir uns in die sehr kalte Nacht hinaus. Im Licht der Taschenlampe sahen wir Johselm, wie er uns köstliche Pancakes zubereitete. Welch ein Luxus! Gut gestärkt begannen wir um kurz nach drei mit dem Aufstieg. Im Gänsemarsch ging es steil bis auf 3.300 Meter hoch und mit den ersten Sonnenstrahlen erreichten wir nach etwa zweieinhalb Stunden unser Ziel. Nach einem zweiten Frühstück ging es mit der örtlichen Polizei auf der Ladefläche eines Pickups zum Condor-Viewingpoint.

Wir positionierten uns samt Fotoausrüstung an den Klippen und erwarteten den Aufstieg der Condore. Diese ließen nicht lange auf sich warten und so konnten wir hautnah miterleben, wie sie ihre riesigen Flügel ausbreiteten und über uns hinweg segelten. Es ist ein sehr aufregendes Gefühl zu sehen, wie es diese großen Vögel nur mit Hilfe der Thermik schaffen, sich in windige Höhen zu schrauben und so waren das frühe Aufstehen und der anstrengende Aufstieg am Morgen sofort vergessen.

Zu diesem Zeitpunkt fühlten wir uns, als wäre der Nachmittag schon angebrochen. Da es aber erst 9 Uhr morgens war, fuhren wir mit einem Bus zu den heißen Quellen um uns im warmen Wasser zu entspannen. Immerhin hatten wir heute ja schon einiges getan und erlebt. Im Anschluss hieß es mal wieder Abschied nehmen. Da Franzi und Livia weiter Richtung Puno fahren wollten, mussten sie frühzeitig mit dem Bus los und so gingen erneut ein paar schöne Tage mit zwei Reisenden zu Ende. Nach dem Mittagessen kam es zu einem dieser Erlebnisse, die dir nur auf Reisen passieren. An einer Tankstelle stießen wir auf einen großen alten grünen Mercedes Benz LKW mit deutschen Kennzeichen. Drinnen saßen Hilu und Sigo von „Bummel mit Pummel“, zwei Ruheständler die vor drei Jahren in Alaska gestartet sind und sich langsam Richtung südlichsten Punkt Südamerikas vorarbeiten. Für uns eine sehr schöne Begegnung. Auf dem Rückweg nach Arequipa hielten wir noch kurz bei einem Aussichtspunkt auf die umliegenden Vulkane an, begutachteten noch ein paar Lamas und schlummerten dann langsam in unseren Sitzen ein.

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Colca Canyon – The condors so close

In the Colca Canyon we should finally meet the condors. With its wingspan of up to 3 meters they screw with the help of thermals in the air. The necessary thermal is only created when the sun hits the valley in the canyon. So it needs a little bit luck and a well-minded weather god to observe the magnificent specimens in their flight.

Day 1: As often on this trip we had to get up early. After about two hours sleep we were picked up by our driver in his jeep at 1 o’clock. The next five hours we drove through the night of Arequipa and its surroundings. Our first goal was Cabanaconde where we met Johselm and the two German girls Franzi and Livia for breakfast. Then we drove towards the canyon in the jam-packed Collectivo. The trip was quite an adventure, because so the view out of the window was steep and far down into the depths. So we were glad when we were able to get out after about an hour and walk the rest of the way to the village Cosñirhua. Our goal was Mauricius, one of only three fruit farmers in the canyon. We got an insight into the cultivation of various fruit varieties with him. We were allowed to taste untreated and fresh avocados, oranges and sweet lemons straight from the tree. Mauricius can produce a wide variety of natural resources from the countless herbs and bushes in his garden and so he is prepared for every little complaint. So we were in the best hands with him. Meanwhile Mauricius’ wife cooked our lunch. We finally arrived in the enjoyment of a guinea pig. Unfortunately we noticed that there is not much to eat on this thing. Especially the very oily skin is only to suck. We do not need it again. ;)
We said goodbye and handed over a bread in the form of a child to Mauritius’ wife on the occasion of „Dia de Muerto“ – Day of the Dead. According to the tradition the day of the dead is not a grief event, but a colorful festival in honor of the dead. According to a popular belief, in those days the souls of the dead return back with the families to visit them. Together they eat the sweet bread and other delicacies at the graves.  

We walked from 2,600 to 2,100 meters down towards the oasis through the burning midday heat. Even from a distance you can see the glistening pool in the sun and you cannot wait to dive in the cool water. We moved into our very spartan dwellings and shooed away all the roommates that had already made themselves comfortable in our bed. After we had enjoyed the last sunrays, we moved on towards the bar and indulged ourselves with a Pisco Sour. After all the other tours devoured their spagettis, Johselm served us a very delicious dinner with rice, vegetables and meat. Since we wanted to start to our ascension before everyone else, it was off to bed. We nestled in the warm blanket and listened to everything.

Day 2: As soon as we had closed the eyes, the alarm clock rang. Since we wanted to be ready at 2:30 for breakfast, we tormented us out into the very cold night. In the light of the flashlight we saw Johselm preparing delicious pancakes. What a luxury! Well fortified, we started shortly after three o’clock with the rise. In single file we went up to 3,300 meters and with the first rays of sun we reached our goal after about two hours stop. After a second breakfast we went for Condor Viewing Point on the back of a local police pickup. We were positioned on the cliffs with photo equipment and expected the rise of the condors. This did not take long in coming and so we were able to experience how they spread their huge wings and sailed over our heads. It is a very exciting feeling when these big birds just use thermals to screw in windy heights and so the early start and the strenuous climb in the morning were forgotten immediately. At this time we felt the afternoon would have dawned. But since it was only 9 o’clock in the morning, we took a bus to the hot springs to relax in the warm water. After all we had already done and seen today it was time to say goodbye. As Franzi and Livia wanted to go further towards Puno, they had to go by bus early and so a few days with two travelers went again to the end. After lunch there was one of those experiences that happen to you only by travelling. At a gas station we came across a big old green Mercedes Benz  with German license plates. Inside there were Hilu and Sigo of „Bummel mit Pummel“, two retirees who started three years ago in Alaska and drive their way to the southernmost point of South America slowly. A very nice encounter for us.
On the way back to Arequipa we stopped at a vantage point of the surrounding volcanoes briefly and refereed a few llamas and then slumbered into our seats slowly.

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