Taupo – Jetzt fahr´n wir über´ n See, über´n See …

… und hoffen wir gehen nicht unter!

Es ist die Weiterführung einer unserer schönsten Geschichten von Neuseeland. In Matamata lernten wir Evelin, die Maori-Dame, kennen. Bei ihr durften wir eine Nacht verbringen und bekamen einen tiefen Einblick in ihre Stammesgeschichte. Sie war es auch, die uns zu ihrer Schwester Irene nach Taupo vermittelte. Uns wurde nur gesagt, dass wir uns in dem dortigen Irish Pub einfinden sollen um nach Toni zu fragen. Toni ist Irenes Schwiegersohn und der Besitzer. Er nahm uns in seinem Pickup mit und brachte uns zur Ranch. Hier durften wir uns in der Garage ausbreiten. Diese ist halb Werkstatt und halb ausgebaute Gästehalle mit vielen Sofas und einem Bett, wo Gäste immer gerne willkommen sind.

„Wer einem Fremdling nicht sich
freundlich mag erweisen, der war wohl selber nie
im fremden Land auf Reisen.“
– Friedrich Rückert –

Wir saßen den Abend mit Irene, ihren Töchtern und Enkeln zusammen und schmiedeten Pläne für den kommenden Tag. Wir wollten die Māori-Felsenkunst in der Mine Bay am Lake Taupo sehen. Hierfür muss man entweder auf einem Tourischiff anheuern oder mit dem Kajak eine längere Strecke in die entsprechende Bucht paddeln. Da Irenes Tochter zwei Kajaks parat hatte, mussten wir nicht lange überlegen und wollten das Abenteuer wagen. Es stellte sich schnell heraus, dass es wirklich zu einem Abenteuer werden sollte, denn die Kajaks waren eher für Kinder konzipiert und Andi sah sah aus, als würde er in einer kleinen Nussschale dahinschippern. Mit beiden Beinen im Wasser versuchte er das Gleichgewicht zu halten – eine sehr wackelige Angelegenheit.
Da Andi in seiner Nussschale nicht sehr schnell voran kam, hofften wir nach jeder Bucht unser Ziel zu erreichen. Nach 1 ½ Stunden sahen wir es endlich in Sichtweite. Die Carvings wurde von dem Meister-Steinmetz Matahi Whakataka-Brightwell geschaffen. Sie zeigen ein Abbild von Ngatoroirangi, der ein visionärer Māori-Navigator und Entdecker war und der vor über 1.000 Jahren die Stämme der Tuwharetoa und der Te Arawain in die Region von Taupo führte.

Auf unserem Rückweg verzogen sich nach und nach die Wolken und die Sonne belohnte uns mit ihren letzten Strahlen des Tages und wir genossen den Sonnenuntergang in unseren Nussschalen.

Mit dem alten Pickup von Irene machten wir uns auf den Weg zurück zur Ranch. Hier wartete Michele mit einer Überraschung auf uns. Nach einem kurzen Abendessen packten wir unsere Schwimmsachen zusammen und fuhren zu einer nahegelegenen Thermalquelle. Toni und sie sind Teilhaber und so können die beiden nach Feierabend die Quellen ungestört nutzen. Für unsere Muskeln gab es nach der Anstrengung nichts Schöneres, als im heißen Wasser zu liegen und rauf in den Sternenhimmel zu blicken.

Am nächsten Tag hieß es schon wieder Abschied nehmen und uns auf Richtung Mordor machen. Unser Ziel sollte das Basecamp zum „Tongariro Crossing“ sein, dies liegt nur leider etwas abgeschieden und ganz sicher, ob wir dort ankommen würden, waren wir uns nicht.

Mehr zu unserem Weg zum Schicksalsberg erfahrt ihr hier:
https://anti-itchyfeet.com/portfolio/tongariro-crossing/

Es grüßen aus der Heimat,
Tina und Andi von Itchy Feet

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